Stolpersteine stehen für all die Menschen, hauptsächlich Juden, die Hitler und den Nazis zum Opfer gefallen sind. Es sind quadratische Gedenktafeln aus Messing oder mittlerweile Edelmetall, die auf dem Gehweg verlegt sind. Es stehen die Namen der verschleppten und ermordeten Menschen darauf und auch, was mit ihnen passiert ist, von wann bis wann sie gelebt haben. Viele kamen ins Konzentrationslager der Nazis und sind dort umgebracht worden. Die Steine sind vor den Häusern verlegt, in denen die Menschen zuletzt freiwillig gewohnt haben. 

Sie sind dafür da, diese Menschen in Ehren zu halten und an sie zu erinnern. Sie sind Erinnerungssymbole, über die man stolpert. Man hält im Alltag inne und liest nach, welches Schicksal die Menschen hatten und kann ihrer gedenken. 

Es wurden sechs Millionen Juden von den Nazis verfolgt und ermordet, und auch an andere Opfer der Nazis soll erinnert werden:  Sinti und Roma, behinderte Menschen, Kommunisten, homosexuelle Menschen und alle, die Widerstand gegen die Nazis leisteten oder auch viele, die anderer Meinung waren als die Nazis und das sagten.  

Gunter Demnig (Foto von seiner Webseite: https://www.stolpersteine.eu)

Der Künstler Gunter Demnig will mit den Gedenktafeln den Menschen ihren Namen zurückgeben, da sie im Konzentrationslager nur noch eine Nummer hatten, keinen Namen mehr. Er will außerdem zeigen, dass diese Menschen aus ihren Wohnungen heraus deportiert wurden und die Behauptung vieler Deutscher, sie hätten davon nichts gewusst, nicht stimmen kann. Er möchte, dass wir mitten im Leben an das Schicksal der Menschen erinnert werden (Infoquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine).

Auf der Webseite des Künstlers kann man wichtige Infos nachlesen, wie zum Beispiel: „Bislang liegen 116.000 STOLPERSTEINE in über 1860 Kommunen in 31 europäischen Ländern, die meisten davon in Deutschland. Das KunstDenkmal ist somit das größte dezentrale Mahnmal der Welt.“ Der erste Stein wurde von Günter Demnig 1992 in Köln verlegt, vor dem Kölner Rathaus, er sollte an das Schicksal der Sinti und Roma erinnern. Oft reist der Künstler Demnig selber zu den Orten hin und verlegt die Steine selber. 

Seit 2020 gibt es in Köln um den 9. November eine Aktion , um das Gedenken wach zu halten: Bürger*innen machen sich auf den Weg, die Gedenktafeln zu reinigen. Jede/r kann sich beteiligen.  Eine Übersicht, wo Gedenksteine liegen, bietet eine App. Das NS-Dokumentationszentrum EL-DE-Haus beherbergt ein Online-Archiv, in dem man Informationen zu den Menschen, die verfolgt wurden und an die auf Stopersteinen erinnert wird, erhalten kann. Am 9. November 1938 wurden im nationalsozialistischen Deutschland im ganzen Land Gewalttaten gegen Juden verübt, es wurden Synagogen (Gotteshäuser der Juden) angezündet, Geschäfte und Wohnungen zerstört, Menschen wurde Gewalt angetan oder sie wurden umgebracht. Nach dieser Progromnacht (Pogrom heißt Hetze und Gewaltangriffe gegen eine Minderheit) gingen die Nazis verschärft gegen Juden vor.

Bernhard Letterhaus vor seiner Verurteilung (https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/bernhard-letterhaus/DE-2086/lido/57c9400fbec555.31179023)

Wir aus Klasse 8 haben in diesem Jahr Stolpersteine in der Nähe der Schule gereinigt, zum Beispiel den Stein für Bernhard Letterhaus in der Bernhard-Letterhaus-Straße, der Straße, in der sich unsere Schule befindet. Bernhard Letterhaus war ein christlicher Gewerkschaftsführer und Politiker, der Widerstand gegen Hitler geleistet hat (Widerstandsgruppe rund um Graf von Stauffenberg, Attentat auf Hitler am 20.7.1944). Das Attentat auf Hitler war misslungen und viele mussten danach deswegen sterben. Bernhard Letterhaus wurde im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee erhängt.

https://thema.erzbistum-koeln.de/koelner-maertyrer/Bernhard_Letterhaus.html

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/bernhard-letterhaus/DE-2086/lido/57c9400fbec555.31179023

https://museenkoeln.de/NS-dokumentationszentrum/Stolpersteine-in-Koeln

https://www.ksta.de/koeln/jahrestag-der-reichspogromnacht-koelner-jugendring-ruft-zum-putzen-von-stolpersteinen-auf-1145852

Stimmen von Schüler*innen zu der Reinigungs-Aktion 

Ich denke, solche Art von Aktionen sind äußerst wichtig, da sie die Erinnerung an diese grausame Zeiten wachhalten. Gerade jetzt, da die AfD so viele Wähler wie nie hat, ist das essenziell. Man sollte immer vor Augen haben, wie schlimm diese Zeiten waren, damit so etwas nicht noch mal passiert. 

Wenn wir die Stolpersteine putzen, dann tragen wir dazu bei, dass die Erinnerungen nicht verblassen. Wir als Schule sollten jedes Jahr mitmachen.

Es ist wichtig, dass die Stolpersteine durch unser Putzen wieder sichtbarer werden, so dass man wirklich drüber stolpert. 

Ich finde es gut, dass es für jeden Menschen einzeln einen Stein gibt. Jeder Stein verbirgt eine andere Geschichte, alle sind unterschiedlich. So werden die Menschen nicht vergessen. Wir sollten ihr Andenken gut bewahren. 

Das ist sehr wichtig, damit man die Steine gut lesen kann und die Leute wissen, was damals passiert ist. 

So kann man sich noch mal fragen: Was sind das eigentlich für Steine? Durch die Aktion hab ich mehr darüber gelernt. 

Ich fand es sehr wichtig, die Steine zu reinigen, denn sonst verdrängen viele Leute, was damals passiert ist. Das darf nicht noch mal passieren. 

von Klasse 8 und Brigitte