In einem meiner Abenteuer reiste ich durch einen Spiegel in die Vergangenheit. Dieses Abenteuer ist wahr, so wahr ich in Longerich lebe.

An einem heißen Sommertag kam mir die Idee einen Zauberspiegel zu bauen, um in die Vergangenheit zu reisen . Ich wollte unbedingt Ludwig von Beethoven besuchen, weil ich seine Musik live hören wollte. Ich machte mich also an die Arbeit. Der Zauberspiegel war sehr groß, er war so groß wie ein zehnstöckiges Hochhaus und in allen Farben, die es auf der Welt gab. An den Rändern vom Zauberspiegel waren noch kleinere Spiegel mit Baumstämmen eingeflochten. Der Rahmen war aus Buchenholz geschnitzt. Der Spiegel war  wunderschön, leider konnte ich kein Foto machen, weil er zu groß war. Die kleineren Spiegel waren so groß und rund wie ein übergroßes Nudelsieb. Unten in der Mitte  vom Rahmen des Spiegels waren vier Zahlenrädchen, die vier Zahlenrädchen konnte ich bis zu der Zahl zehn drehen.  Als ich fertig war, stellte ich die Zahlen 1,8,1,5 ein und wurde vom Spiegel in einen Strudel eingesogen.

Vier Minuten später stand ich direkt vor Beethoven. Beethoven erschreckte sich und sprang vor mir zurück. Danach fragte er mich: „ Wer bist du?“ und „Wo kommst du so plötzlich her?“ Ich sagte: „Ich heiße Lea und komme durch einen Spiegel, den ich gebaut habe aus der Zukunft, um deine Musik zu hören und um dich kennen zu lernen.“ Beethoven freute sich, dass selbst ich aus der Zukunft seine Musik hören wollte. Er setzte sich mit mir auf einen Hocker und ich klimperte etwas auf dem Klavier herum. Beethoven bewunderte mich und küsste mir die Schuhe, er verneigte sich auch vor mir und fragte mich, ob er die Ehre haben dürft, meine geniale Musik zu benutzen. So bescheiden wie ich bin habe ich es ihm natürlich erlaubt.

Danach zeigte Beethoven mir die große Oper, wo er immer mit seinem Orchester auftrat. Als es langsam Abend wurde, merkte ich plötzlich, dass ich keinen Zauberspiegel hatte, um zurückzureisen. Ich hätte den Spiegel nicht noch einmal bauen können, weil das Material, was ich für den Spiegel gebraucht hätte, noch nicht erfunden war. Ich erzählte Beethoven von meinem Problem und er wollte mir helfen. Beethoven hatte eine Idee und zwar, dass wir mit dem Orchester einen Zauberspiegel der Musik erschaffen könnten. Ich stimmte ihm zu.

Als Beethoven mit meiner Hilfe das ganze Orchester geholt hatte, merkte ich das ein Cellospieler fehlte. Natürlich sprang ich für den kranken Cellospieler ein und lernte in fünf Minuten Cello zu spielen. Beethoven fing mit dem dirigieren an und das Orchester fing an zu spielen, immer schneller und schneller. Ich war die einzige, die das Tempo mithalten konnte, obwohl die anderen schon sehr lange im Orchester spielten. Da öffnete sich vor mir ein schwarzes Loch. Bevor ich reinsprang, rief ich Beethoven: „Danke für alles “ zu. Danach sprang ich mit dem Cello, das mir geschenkt worden ist, in das schwarze Loch. Ich dachte an das Jahr 2020 und landete auf dem Dach des Hauses, wo ich wohnte. Ich sprang herunter und ging in mein Zimmer, wo ich den Spiegel zusammenfaltete, sodass er so klein  wie eine Briefmarke war.  Das Cello versteckte ich hinter einem von meinen Regalen. Daran sieht man, dass jedes Wort von dieser Geschichte wahr ist, so wahr ich Lea Winkler heiße.

Text von Pferdefreundin

Bilder von Eulenkind